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Veranstaltungen

Derzeit sind keine Veranstaltungen geplant.

Veranstaltungen für Ärzte

10.10.2012 5. Kinderorthopädisches Kolloquium

Fort und Weiterbildungen

11.06.2012 Endoprothese & Sport
02.07.2012 Ambulantes Operieren an der OFS
30.07.2012 Periprothetische Infektionen - update

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OFS > Über uns > Geschichte

Geschichte

1945,1946 - schier unendliche Ströme von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen ziehen in der frühen Nachkriegszeit heimatlos durch Schwarzach. Besonders hart sind die alten Menschen betroffen, die oft nur mit dem, was sie am Leib tragen, Haus und Hof zurücklassend, Hunderte von Kilometern zu Fuß durch das Land vollkommen erschöpft und am Ende ihrer Kräfte ziehen.

Auf armseligen Karren und Schlitten werden Kranke aus dem Umland zum Arzt nach Schwarzach gebracht. Die Not hat ein heutzutage nur kaum noch vorstellbares Maß erreicht.

H.H. Dekan Michael Graf, von 1938 bis 1961 katholischer Pfarrer von Schwarzach, war sich sicher: „Den Leuten muss geholfen werden! Aber wie?“ Da kam ihm die Idee: „Was müsste das für ein Segen sein, wenn hier in der „Provinz“ ein Altenheim und ein Krankenhaus stünden.“  Dekan Graf war ein Mann der Tat „von altem Schrot und Korn“ und so setzte er seinen Plan in die Realität um, gründete die „Pfarrer Michael Graf Krankenhaus- und Altersheimstiftung“ und begann sein Werk. Es gelang Dekan Graf, die Pfarrei für sein ehrgeiziges Projekt zu gewinnen. Die hohe Arbeitslosigkeit nach dem Krieg in der Gemeinde kam ihm zu Hilfe: Viele, viele  Gemeindebewohner stellten ihre Dienste zur Verfügung und halfen beim Bau eines Altersheims und eines Krankenhauses. Andere lieferten das nötige Baumaterial. Die Vergütung war denkbar gering. Dazu ein Teller Suppe und von Zeit zu Zeit ein „Festessen“, wenn die gute Frau Winterl, die Metzgermeistersgattin, wieder einmal ein Schwein gestiftet hatte.

Bereits bis zum Tag der Währungsreform stand der Rohbau für das Altersheim und Herr Dekan Graf opferte noch so manches Stück Vieh aus den Beständen des Pfarrstalls , um es gegen Zement und Baueisen einzutauschen, bis 1948 das Altersheim fertiggestellt werden konnte. Am 15. November 1948 bezogen die ersten alten Menschen ihr neues Zuhause. Es gelang Dekan Graf, zur Pflege der Altenheimbewohner Mallersdorfer Ordensschwestern zu gewinnen. Die ersten drei Schwestern, Schwester Bertanea, Schwester Ulberta und Schwester Waltrudis kamen am 15.August 1948 in Schwarzach an. Zu ihrem Empfang hatte man eigens verschiedene Möbel und Vorhänge ausgeliehen, die jedoch bereits am nächsten Tag wieder verschwunden waren, so dass die armen Schwestern von Anfang an sehen mussten, wie sie mit dem wenigen, das vorhanden war, auskamen. Die vierte, Schwester Salometha, traf am 10.03.1949 ein. Sie und Schwester Jukundina, die Küchenschwester, dienten der Schwarzacher Klinik mit all ihrer Kraft bis zur Aufhebung des Konvents am 30.09.1991.  Eine Ära ging damit zu Ende.

An dieser Stelle sei allen Schwestern, die in der Schwarzacher Klinik buchstäblich „Tag und Nacht“ mit Elan und Engagement, mit Liebe und Umsicht unsere Patienten versorgt haben, herzlich gedankt. „Vergelt`s Gott“!  Unsere Ordensschwestern haben Großartiges geleistet und zur positiven Entwicklung der Klinik entscheidend und nachhaltig beigetragen.

Bereits 1949 und 1950 wurde das Altersheim um ein kleines Allgemeinkrankenhaus erweitert, das im Frühjahr 1950 seine Tore öffnete. Als Chefarzt hatte man Herrn Dr. Josef Eichelmann, einen Facharzt für Orthopädie, gewonnen. Herr Dr. Eichelmann, der vom angesehenen, aber total ausgebombten König-Ludwig-Haus in Würzburg kam, richtete eine orthopädische Fachabteilung ein. In der Allgemeinabteilung und  der Entbindungsstation wirkten die in Schwarzach ansässigen Ärzte, Herr Dr. Klimesch und Herr Dr. Hiemer als Belegärzte. Und schon bald konnte sich die Klinik in Schwarzach eines guten Rufes erfreuen, so dass z.B. in manchen Jahren über 100 Mütter aus Schwarzach und dem Umland zur Entbindung kamen. Dennoch blieb die Orthopädie das „Hauptstandbein“ der Klinik. Als Versehrtenkrankenhaus wurde die Klinik Anlaufstelle für Kriegsversehrte aus ganz Niederbayern. Als in den 50er Jahren die Kinderlähmung in Deutschland grassierte, erwies sich die Klinik in Schwarzach einmal mehr als segensreiche Einrichtung, in der die Patienten liebevoll und fachkundig behandelt und gepflegt wurden.

Nach längerer Krankheit ist H.H. Dekan Graf in seinem „Dekanzimmer“ im Krankenhaus im Alter von 61 Jahren am 21.Mai 1961 verstorben. Auf dem Sterbebett resümierte Dekan Graf gegenüber einem Nachbarpfarrer: „Was ich getan habe, war die Tat eines Wahnsinnigen“. Damit meinte Pfarrer Graf den Aufbau des Schwarzacher Krankenhauses und dass er es ein zweites Mal wohl kaum gewagt hätte, ein solch ehrgeiziges Projekt zu initiieren.

Am 04.Mai 1962 kam der neue Pfarrer, Herr GBR Pfarrer Ernst aus Lohberg und übernahm die Pfarrei. Gemäß Stiftungssatzung der Pfarrer-Michael-Graf-Stiftung Schwarzach hat bis heute den Stiftungsvorstand immer der katholische Ortspfarrer von Schwarzach inne. Hätte Herr Pfarrer Ernst bereits damals gewusst, was durch das Amt des  Stiftungsvorstands alles auf ihn zukam, wer weiß, ob er sich um die Stelle in Schwarzach beworben hätte. Denn die Rahmenbedingungen und die finanzielle Situation der Klinik war auch damals alles andere als rosig, so dass viele andere kleinere Krankenhäuser schließen mussten.

Im Laufe der Jahre platzte das Haus förmlich aus allen Nähten. Die infrastrukturelle Ausstattung der Klinik aus der Nachkriegszeit war unzureichend und die Unterbringung der Patienten nicht mehr zeitgemäß. Eine Sanierung der Klinik war dringend geboten. Dieser Sanierung stimmte das Sozialministerium und die Stiftungsaufsicht, die Regierung von Niederbayern, letztendlich nach einigem hin und her und nach vielen zähen Verhandlungen mit Herrn Pfarrer Ernst 1965 unter der Bedingung zu, dass das florierende Allgemeinkrankenhaus aufgegeben und nur noch eine orthopädische Klinik betrieben werden sollte. Das Unverständnis hierfür bei den Schwarzachern, die ihr Krankenhaus mit eigenen Händen aufgebaut hatten, war zwar groß - keine Blindarmoperationen und keine Entbindungen mehr - aber der einzige Weg den Fortbestand der Klinik sicherzustellen. Das endgültige „Aus“ für das Allgemeinkrankenhaus kam still und heimlich im Jahr 1972. Auch das Altersheim wurde nicht weiter belegt und im März 1986, nachdem der letzte Heimbewohner verstorben war, aufgelöst.

Innerhalb von 3 Jahren von 1966 bis 1968 konnte der gesamte Bau fertiggestellt werden, so dass im August 1968 der Neubau mit Krankenstationen, Operationssälen, Labor und Röntgenabteilung seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Ebenfalls konnten den inzwischen 12 Ordensschwestern zeitgemäße Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Aber die Freude über die erweiterte Klinik sollte nicht lange andauern. Mit Argusaugen wurde die Entwicklung der Schwarzacher Klinik von den „Konkurrenten“ der Schwarzacher Klinik beäugt. Anfang der 70er Jahre gab es z.B. Pläne, in einem nicht weit entfernten Krankenhaus eine eigene orthopädische Fachabteilung zu installieren. Die Schwarzacher Klinik sollte rein konservativ tätig werden, also nicht mehr operieren. Hiergegen wehrte man sich (Gott sei Dank!) in Schwarzach mit Händen und Füßen. Allen voran wieder unser Herr Pfarrer Ernst, dem klar war, dass die Zukunft der Klinik nur gesichert war, wenn die Klinik Schwarzach auch operativ arbeitete und offiziell als Fachklinik anerkannt war. 1974 besuchten aus diesem Grunde hohe Vertreter des Ministeriums und der Regierung die Schwarzacher Klinik und kamen zu der Überzeugung, dass die Schwarzacher Klinik ansich alle Voraussetzungen für eine Orthopädische Fachklinik erfülle. Allerdings musste noch ein Chefarzt gefunden werden, der alle Operationen auf orthopädischem Gebiet beherrschte. Und es musste ein Personalwohnheim gebaut werden. Zweiteres war schnell erledigt: Bereits im Juli 1976 wurde der Neubau des Personalwohnheims seiner Bestimmung übergeben. Auch die Frage des neuen Chefarztes konnte bald gelöst werden: „Ich gebe Dir mein bestes Zugpferd“ sagte Herr Professor Baumann vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Neuburg a.d. Donau zu Herrn Pfarrer Ernst und vermittelte Herrn Dr. Dobler, damals noch Oberarzt, nach Schwarzach, mit dem man sich schnell einigte. Am 01.09.1976 trat Herr Dr. Dobler die Chefarztstelle in Schwarzach an und begann sein inzwischen auch schon 28 Jahre währendes Werk.

Als Anästhesisten konnte einen Monat später noch Herr Dr. Victor Pervan gewonnen werden, so dass am 01. Oktober 1976 die Klinik, offiziell als Orthopädische Fachklinik Schwarzach anerkannt, die Arbeit aufnahm. Herr Dr. Eichelmann schied kurz darauf aus Altersgründen aus dem Dienst aus.

Die neue Fachklinik in Schwarzach wurde schnell bekannter und gewann weiter an Bedeutung für die orthopädische Versorgung der Region. Aber die vermeintliche Ruhe war wiederum nur von kurzer Dauer. Bereits 1977 wurden im Rahmen einer Betriebsbegehung in den Altbauteilen erhebliche Mängel festgestellt. Umfangreiche und kostenintensive Umbauten während des laufenden Betriebs wären die Folge gewesen. Die Verantwortlichen in Schwarzach waren sich schnell einig: Wenn schon umgebaut werden musste, dann aber von Grund auf, so dass die Orthopädische Fachklinik im Wettbewerb mit anderen Kliniken auch in der räumlichen und apparativen Ausstattung auch in der Zukunft bestehen konnte. Herr Pfarrer Ernst beauftragte noch im selben Jahr einen Architekten, der den Umbau planen sollte. Leider merkte man schon bald, dass die Planungen nicht recht weiter gingen und „irgendwie der Wurm drin“ war. Und so trennte man sich von dem besagten Architekten und beauftragte 1980 den bekannten Architekten Gerhard Lukas aus München mit der weiteren Planung. Drei Jahre wertvolle Zeit waren verloren und, was noch unerfreulicher war, es fehlte inzwischen an staatlichen Fördermitteln für den Umbau. Unermüdlich hakten Herr Pfarrer Ernst und die Landtagsabgeordneten , Frau Krinner und Herr Dick, in München nach. Die Pläne des Architekten Lukas hatten inzwischen die Billigung des Ministeriums erfahren, jedoch die nötigen Mittel für die Sanierung waren noch immer nicht vorhanden.

So kam das Jahr 1985. Pfarrer Ernst hatte erfahren, dass Herr Ministerpräsident Strauß nach Bogen zur Kerzenwallfahrt kommen wollte. Herr Pfarrer Ernst ließ sich diese Gelegenheit dem Ministerpräsidenten das Anliegen des Sanierungsbaus der Klinik persönlich vorzubringen, nicht entgehen. Und so schilderte Herr Pfarrer Ernst die missliche Lage der Schwarzacher Klinik bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim dem schweigend zuhörenden Ministerpräsidenten. Und Herr Ministerpräsident Strauß versprach mit kurzen Worten: „Im kommenden Jahr werden in Niederbayern Hochkräne stehen und auch in Schwarzach!“  Und es kam auch so. Noch im Jahr 1985 erfolgte die Aufnahme ins Bayerische Krankenhausprogramm. Im Frühjahr 1986 konnte der erste Spatenstich für den Neubau gefeiert werden und im Oktober 1986 folgte die feierliche Grundsteinlegung durch Herrn Finanzdirektor Spießl. Es folgten viele Jahre des Umbaus, während der Klinikbetrieb immer weitergelaufen ist. Die Belastungen und Beeinträchtigungen durch den Bau für die Patienten, aber vor allem auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachklinik waren zum Teil beträchtlich. Aber alle machten das Beste aus der jeweiligen Situation, denn man hatte schließlich ein großes Ziel vor Augen.

Um die Stiftung finanziell besser abzusichern, holte Herr Pfarrer Ernst den Landkreis Straubing-Bogen und die Gemeinde Schwarzach als Mitglied in die Stiftung. Der Stiftungsrat wurde von drei auf vier Mitglieder erweitert: Der katholische Ortspfarrer als Stiftungsvorstand, der Vertreter des Bischofs von Regensburg, der jeweilige Landrat des Landkreises Straubing-Bogen und der jeweilige Bürgermeister des Marktes Schwarzach bildeten nun den Stiftungsrat. Mit Urkunde vom 28.02.1989 wurde die neue „Pfarrer-Michael-Graf-Siftung Schwarzach“ vom Staatsministerium genehmigt.

Am 01.September 1990 trat Herr Pfarrer Ernst in den wirklich verdienten Ruhestand und in der Sitzung vom 12. November 1990 wurde er offiziell vom Stiftungsrat verabschiedet. Herr Pfarrer Ernst war bis zu seinem Tode im Jahr 2002 im Alter von 89 Jahren als Klinikgeistlicher in der Orthopädischen Klinik tätig, wo er immer ein offenes Ohr für die Probleme der Patienten und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatte.

Es fällt schwer die Verdienste unseres Herrn Pfarrer Ernst in Worte zu fassen. Pfarrer Ernst hat immer an die Orthopädische Fachklinik Schwarzach geglaubt und mit weiser Voraussicht und mit all seiner Kraft die Geschicke der Stiftung und Klinik gelenkt. Ohne ihn und sein beharrliches Wirken würde es die Orthopädische Fachklinik so wohl nicht geben. Einen würdigeren und besseren Nachfolger hätte sich unser Stifter, Herr Pfarrer Graf, nicht wünschen können.

„Möge Gott, der Herr, unserem unvergessenem Pfarrer Ernst alles vergelten, was er für die Klinik und deren Patienten getan hat“.

Die Nachfolge von Herrn Pfarrer Ernst trat Herr Pfarrer Josef Thomys am 10.09.1990 an, unter dessen Regie munter weitergebaut wurde.

Am 19.10.1993 gegen 05:15 Uhr morgens klingelte das Telefon: Drei kurze Worte: „Die Klinik brennt!“  Glücklicherweise konnte der Baustellenbrand schnell unter Kontrolle gebracht werden, so dass „nur“ der neuerrichtete Dachstuhl ein Raub der Flammen wurde. Die Patienten der Klinik waren Gott sei Dank nie in Gefahr und es wurde auch niemand bei dem Brand verletzt. Dem schnellen und beherzten Eingreifen der vielen Feuerwehrleute, Sanitäter, Schwarzacher Ärzten und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik ist es zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist.

Im April 1995 war es endlich soweit. Der Bau war abgeschlossen; die letzten neuen Räume wurden bezogen –nach 10 Jahren Bauzeit und mit einem Sanierungsvolumen von rund 50 Millionen DM.

Die Klinik musste noch weitere schwierige Zeiten durchstehen. So z.B. als im Februar 1999 Herr Pfarrer Thomys von Herrn Pfarrer Thomas Diermeier als katholischer Ortspfarrer und Stiftungsvorstand der Pfarrer Michael-Graf-Stiftung Schwarzach abgelöst wurde und kurz darauf sich die Klinik vom langjährigen Verwaltungsleiter und dessen Vertreterin trennte.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik haben aber auch diese umwälzenden Veränderungen mit Bravour , insbesondere durch den schon immer herrschenden Sinn für  Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft gemeistert, so dass die Klinik sogar gestärkt aus diesen Wirren hervorgegangen ist. Im September 1999 konnte Herr Michael Trotz für die Stelle des Geschäftsführenden Verwaltungsleiters gewonnen werden und zahlreiche zukunftsweisende Projekte wurden erfolgreich in Angriff genommen.

Heute kann man sagen, dass die Orthopädische Fachklinik Schwarzach in jeder Hinsicht für die Zukunft bestens gerüstet ist, auch wenn die kommenden Jahre sicherlich nicht leicht werden.