Minimal-invasive Verfahren

Der "minimal-invasiven Wirbelsäulenchirurgie" (Schlüssellochchirurgie) kommt eine immer größere Bedeutung zu. Das wesentliche Ziel ist dabei die Durchführung des notwendigen chirurgischen Eingriffes mit möglichst geringer Beeinträchtigung durch den operativen Zugang. Dies bedeutet für den Patienten eine Reihe von Vorteilen: Geringerer Blutverlust, schnellere Mobilisierung nach der Operation, geringere postoperative Schmerzen, verkürzter stationärer Aufenthalt, weniger Narbenbildung  und ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Unter anderem bieten wir Ihnen folgende minimal-invasive Verfahren an: 

  • Mikroskopische Bandscheibenoperation (Sequestrektomie)

  • Mikroskopische Nervenentlastung (Dekompression)

  • Minimal-invasive Stabilisierung von Wirbelbrüchen

  • Minimal-invasive Stabilisierung bei Verschleißerkrankung (Spondylodese) 

  • Endoskopische Schmerznervenverödung (Denervierung)

Der Bandscheibenvorfall

80 - 90 % der Bandscheibenvorfälle können konservativ, d. h. ohne Operation behandelt werden. In der Regel lässt sich dies durch röntgengezielte Einspritzungen, Physiotherapie, Medikamente und sporttherapeutische Ansätzen zum Muskelaufbau erreichen.
Insbesondere bei neurologischen Störungen wie z. B. Lähmungen oder Stuhl- bzw. Harninkontinenz oder auch bei länger anhaltenden Schmerzen, die sich mit konservativer Behandlung nicht ausreichend reduzieren lassen, ist die Notwendigkeit zur Operation gegeben.

Die operative Entfernung des Bandscheibenvorfalls, auch Sequestrektomie genannt, wird an unserer Klinik mikroskopisch gestützt und minimal-invasiv über einen Schnitt von ca. 2 cm Länge durchgeführt.

Die Schaufensterkrankheit als Folge einer Verengung des Rückenmarkkanals (Spinalkanalstenose)

Die ersten spürbaren Zeichen einer Verengung des Rückenmarkkanals sind vermehrte Ermüdbarkeit der Beine verbunden mit Schmerzen beim Gehen. Bleibt die betroffene Person stehen, werden die Symptome kurzfristig besser. So ähnelt der Wechsel von Gehen und Stehen einem Schaufensterbummel. 

Um die gewohnte Mobilität zurück zu erlangen, kann eine Operation mit Erweiterung des Rückenmarkkanals notwendig werden. 

Das von uns angewendete minimal-invasive Verfahren mithilfe eines chirurgischen Mikroskops, welches das Operationsfeld um ein Vielfaches vergrößert, erlaubt die gezielte und millimetergenaue Abtragung der für die Verengung verantwortlichen Gewebeanteile. Dadurch bleibt die Stabilität der Wirbelsäule vollständig erhalten. 

Minimal-invasive Stabilisierung von Wirbelbrüchen

Wirbelbrüche können Folgen einer Unfallverletzung sein. Bei zunehmendem Lebensalter ist häufig eine Verminderung der Knochendichte (Osteoporose) ursächlich an Wirbelbrüchen beteiligt. Betroffene Wirbelkörper brechen dabei unter starken Schmerzen keilförmig zusammen, die Körpergröße nimmt ab und der Körperschwerpunkt kann zunehmend nach vorn fallen ("Witwenbuckel"). 

Zur Behandlung solcher Brüche bieten wir minimal-invasive Verfahren an, mit denen osteoporotische Wirbelkörperfrakturen aufgerichtet und stabilisiert werden können (Ballon-Kyphoplastie, Vertebroplastie, ggf. in Kombination mit durch die Haut eingeführten Schrauben-Stab-Überbrückungen).

Die vorgestellten Verfahren bieten nicht nur eine minimalinvasive und eine risikoarme Möglichkeit zur Behandlung osteoporotischer Wirbelbrüche, sondern bewirken auch eine unmittelbare Schmerzbesserung. So können Fehlstellungen der Wirbelsäule und eine Schmerz-Chronifizierung verhindert werden und eine schnelle Wiederaufnahme der gewohnten Tätigkeit wird ermöglicht. 

Die interdisziplinäre Nach- und Weiterbehandlung der Osteoporose wird durch den Leiter unserer osteologischen Abteilung, Herrn Dr. Günther, gewährleistet.

Minimal-invasive Stabilisierung bei Verschleißerkrankungen (Spondylodese)

Moderne Operationstechniken erlauben unter Einsatz entsprechender Implantate eine weichteilschonende minimal-invasive Stabilisierung betroffener Wirbelsäulensegmente.

Sofern es die anatomischen Gegebenheiten erlauben, wird diese Technik den offenen Operationen vorgezogen, hierbei werden die Schrauben und Längsverbindungen über kleine Hautschnitte unter Einsatz modernster Navigationstechnik (O-Arm) eingebracht.